Der Musikverein von 1926 bis heute
Eigentlich hätte das 75-jährige Bestehen des MV «Heimatklänge» schon im Jahr 2000 gefeiert werden können, doch wollten sich die Musiker nicht mit fremden Federn schmücken. Im Jahr 1923 wurde in Schönberg nämlich ein Mandolinenclub gegründet, dessen späterer Vorstand auf einer Versammlung vom 20.12.1926 wie folgt einstimmig vom Club gewählt wurde:
Präsident: Michel Bach
Schriftführer: Nikolaus Schugens
Kassierer: Nikolaus Hüwels
2. Schriftführer: Nikolaus Schmitz
2. Kassierer: Joseph Colonerus
(Dirigent: Lehrer Johann Santer)
Der Kassenbestand am 01.01.1926 belief sich auf 245,20 F. Vier Monate später wurde ein neuer Vorstand gewählt und wiederum am 24.10.1926; Dirigent war Johann Lehnen. Schriftlich festgehalten ist, dass zu Fastnachtsdienstag 1926 eine Verlosung abgehalten wurde, zu der dann Sachen im Werte von 205,-gekauft und 418 Lose unter die Mitglieder verteilt wurden. Bereits im Mai desselben Jahres wurde beschlossen, den Musikclub durch Blechinstrumente zu verstärken und hierfür eine Kollekte abzuhalten, eine Anleihe von 1000,-aufzunehmen (zu 5 % Zinsen) und Blumen am Kirmesmontag zu verkaufen. Auch wurden sofort die Proben in Angriff genommen. Im August 1926 zählte der Verein je 2 Pistons, 2 Trompeten, 2 Tenorhörner, 2 Althörner, 1 Posaune, 1 Es-Tuba und 1 Trommel mit Becken; alles natürlich mit Notenhalter und –schule! Pfarrer Trenz wurde Ehrenvorsitzender. Zu dessen Namenstag am 6. Dezember 1926 trat der Musikverein «HEIMATLUST» zum allerersten Mal auf. Die ersten Vereinsstatuten stammen vom Herbst 1926, wurden jedoch noch nicht eintragen gelassen, damit sie späterhin evtl. noch abgeändert werden können, je nachdem, wie selbige sich auswirken. Am 1. Januar 1927 hatte der Verein immer noch 1000 F Schulden bei Heinrich Quetsch aus Amelscheid.
Gründung des MV "HEIMATKLÄNGE" 1927
Am 20. Februar 1927 wurde der Mandolinen-Musikverein zum MV «Heimatklänge», mit Sinn und Zweck, seine Mitglieder in friedlicher Weise zusammenzuführen und den musikalischen Geist zu fördern. Der Verein machte es sich zur Aufgabe, bei kirchlichen und weltlichen Feiern mitzuwirken und dieselben durch Musik zu verschönern. Schon jetzt verfügte der Verein über 21 Mitglieder mit Präsident Johann Schröder, Sekretär Nikolaus Simons, Kassierer Nikolaus Hüwels und den Beisitzern Nikolaus Schmitz und Heinrich Louvet. Festzuhalten bleibt auch, dass sich diese Musikanten in den Anfangsjahren fast regelmäßig alle 2 Monate in jeweils einem anderen Lokal trafen. Das waren noch Zeiten!! 1927 gab es auch schon die ersten Vereinsmützen, die allerdings 1933 schon teils schlecht waren. Der erste richtige Proberaum war ein Zimmer des Herrn Leuther, der auf eine Miete dafür verzichtete, es aber wohl für 100 F aus der Vereinskasse selbst Instand setzte. (Bezahlt wurde er aber erst einige Jahre später...) Schon in den ersten Vereinsjahren beteiligte sich der Verein an den 1. Hl. Kommunionen, Fronleichnam und Donatusprozessionen (nach Holzheim), Bischofsempfang (6.7.1927), Primiz für Pfarrer Paul Kettmus, am 100-jährigen Bestehen Belgiens (für das der Verein bis 1933 noch immer nicht vom belg. Staat entschädigt worden war!), verschönerte die Grundsteinlegung der Grotte 1938 und deren Einweihung 1939, nahm teil am Kirmesronnen (bis 1965), an «runden Geburtstagen», Begräbnissen, Maifesten anderer Musikvereine und veranstaltete Verlosungen, Tanzmusik und Theaterabende, 1933 sogar die Operette «Im Liebesnest», Wiesenfeste und Konzerte, Preiskegeln und Billardpreisspiel (das Lokal Henkes wurde durch Abstimmung bestimmt), eine Amerikanische Versteigerung (1.1.1937 mit Reingewinn von 50 F für die Fahne) und einen karnevalistischen Abend (1939 : «der 3 ½ jährige Bub Roger Fagnoul aus St.Vith ging in die Bütte»). Schon 1927 mussten aktive Mitglieder monatlich 3 F Beitrag bezahlen, inaktive mindestens 15 F jährlich und Ehrenmitglieder mind. 12 F pro Jahr, so dass der Verein Anfang 1928 schuldenfrei war. Neue aktive Mitglieder wurden nur in Gruppen von 3-5 Mann eingestellt . Am 11.09.1927 fand bereits das erste Stiftungsfest statt. Die Vereinsstatuten wurden ständig erweitert bzw. ergänzt So wurde auch ein 2. Dirigent (Leonhard Hüwels) bestimmt, um die Proben zu leiten, an denen Dirigent Lehnen nicht konnte. 1935 folgte Jakob Peterges am Dirigentenstab und Notenschulen wurden auch schon abgehalten.
Auf der Generalversammlung von 1934 wurde beschlossen, die Fastnacht erstmals dem JGV zu überlassen und ein Jahr später bestand der Verein eine interne Krisis (Abtrünnige mussten die dem Vereine gehörenden Utensilien im Vereinslokal oder bei Pfarrer Trenz abgeben ). Am 9. Mai 1937 fand die große Feier der Fahnenweihe statt, mit nicht weniger als 29 auswärtigen Vereinen. Diese Vereinsfahne tut heute noch, wenn auch in den 1990ern überholt, ihre Dienste und schreitet dem Verein stets voran. Kurz danach wurde Pfarrer Franz Darcis in unserer Pfarre eingeführt. Erwähnenswert ist sicherlich auch, dass der Verein schon 1939 eine Carnevalszeitung herausgab, die allgemeines Interesse fand. Anlässlich der Generalversammlung 1941 trat der MV der Reichsmusikkammer bei und das Vereinsleben erstarb wegen der zu den verschiedenen Fronten einberufenen Mitglieder.
Relativ spät, am 24. April 1949, versammelte man sich zu neuer Aufstellung und Organisation im Lokal Colonerus. Es wurde eine traurige Bilanz gezogen: 7 Mitglieder waren als Soldat gefallen, 2 weitere blieben vermisst und der Fähnrich Johann Grommes weilte noch in russischer Gefangenschaft. Auch fehlte weit über die Hälfte aller Instrumente. Unter Präsident Heinrich Louvet ging es aber sehr bald wieder bergan, und als innerhalb kürzester Zeit 9 neue Mitglieder beitraten, erreichte der Verein mit insgesamt 20 Mitgliedern praktisch wieder seine alte Stärke. Leo Hüwels übernahm wieder den Dirigentenstab und die Proben wurden im Hause Leuther abgehalten. Durch Blumenverkauf, Theater, Verlosungen und Preiskegeln wurde die Kasse gefüllt, aber die neuen Mützen mussten sich die Mitglieder 1952 noch selbst bezahlen! Mit großem Pomp feierte der MV am 3.08.1952 sein 25-jähriges Bestehen auf der Festwiese von Frau Kettmus. 37 Vereine gratulierten dem Jubelverein bei strahlendem Sonnenschein.
Zwei Jahre später hielt der Verein die erste Kappensitzung im Ourtaldorf. Geprobt wurde mittlerweile in einer Wirtschaft, zumindest bis 1961, als der Dirigent den Probelokalwechsel zur «Bedingung» machte: Im Hause Simons ging’s weiter, dann in der Werkstatt der Gebr. Gillessen, später in der Notkirche und ab Ende 1963 bis heute dann doch wieder in einer Wirtschaft, und zwar in unserem Probelokal «Schröder». Etwas ganz besonderes war sicher auch der musikalische Auftritt anlässlich der Einweihung der neuen Pfarrkirche (Kirmes 1962) und der Beitritt zu Födekam im Dezember 1962.
Wichtige Vereinsdaten:
• Erster Schönberger Karnevalsumzug mit MV: Anfang der 1950er
• Erster St.Vither Karnevalsumzug: 1964
• Erster Ausflug mit Kirchenchor: 1964 (Schwarzwald)
• Kriegsschäden ausgezahlt: 1965
• Erste Uniformen 1966 (120 000 BF: Kollekte und Selbstbeteiligung)
• Lyra-Kauf:1968
• Erstes Freundschaftstreffen (mit Kirchenchor und 7 Vereinen): 1968
• Erste Fahnenreparatur: 1969
• Erster Notenlehrekurs: 1971
• Erster Familienabend: 1971
• Jahnlaufauftritt mit belgischem TV: 1972
• Egerländer-Konzert: 1972
• Erstes Platzkonzert: 1974
• 50-jähriges Bestehen: 9. und 10. Juli 1977: Samstag: Festzug mit 11 Gastvereinen und
Egerländer-Konzert und Jugendball; Sonntag: Feierliches Hochamt, Mitgliederehrung, Festzug mit über 30 Vereinen
• Otto Hennes wird Dirigent:1978
• Erste Registerprobe: 1979
• 1. Diskussion: Mädchen und Frauen in den Verein: NEIN!: 1980
• Jährliches Treffen mit MV Manderfeld und MV Herresbach: 1970er-, 1980er-Jahre bis 1992
• Dieter Keller wird Dirigent: 1985
• 60-jähriges Bestehen: September 1987 mit 7 Gastvereinen und Uncle Mikes
Bigband
• 3. Platz Radio Hermann-Hitparade: 1989-90
• EINSTUFUNG: 1989: 2. Kat. - 1993: 2. Kat. -1997: 2. Kat. 2001: 1. Kat. - 2005: 1. Kategorie
• Kommunales Play-In: 1996
• Wertungsspiel für Solisten und kleine Ensembles: seit 1997
•Jahreskonzert: regelmäßig (seit 1998 Frühschoppen)
• Jährliche öffentliche Auftritte: seit 1995 : +/- 20-25 mal
Präsidenten des Musikvereins "Heimatklänge"
Schönberg
• Michel Bach (1925)
• Nicolaus Schugens (ab 30.04.1926)
• Heinrich Louvet (ab 24.10.1926)
• Johann Schroeder (ab 06.12.1926)
• Nikolaus Schmitz (1929)
• Nikolaus Hüwels (1930)
• Heinrich Louvet (1933)
• Peter Henkes (ab 13.01.1935)
•Eduard Colonerus (ab 23.03.1935)
• Heinrich Louvet (1949)
• Jakob Peterges (1951)
• W. Colonerus (1953)
• Nikolaus Bach (1954)
•Johann Haas (1958)
• Nikolaus Bach (1959)
• Johann Gillessen (1961)
• Hermann Keller (1967)
• Rony Schmitz (1969)
• Norbert Keller (1981)
• Otto Hennes (1987)
• Josef Meyer (1992)
• Thomas Keller (1999)
• Wolfgang Keller (2007)
• Sylvia Theissen (2012)